Changemanagement

Liebe Leser,

heute beschäftigen wir uns mit dem Thema „Veränderungen/Change“. Speziell in der heutigen Unternehmenswelt ist das ein stets heikles Thema, welches es mit äußerster Vorsicht zu behandeln gilt. Der Coach Alexander Verweyen weiß, dass sich Mut im Job auszahlt. In seinem frisch erschienenen Buch „Mut zahlt sich aus“ empfiehlt er Beschäftigten, ihre eigene Veränderungsbereitschaft zu trainieren. Dann sind Arbeitnehmer auch auf Krisensituationen gut vorbereitet.

Herr Verweyen, was bedeutet für Sie Mut in Bezug auf Veränderungen?

AV: „Ich habe mich dazu entschlossen das Buch „Mut zahlt sich aus“ zu schreiben, weil ich der festen Überzeugung bin, dass sich dadurch die Sales-Performence erheblich steigern lässt. Mut im Job beginnt beispielsweise damit, dass sich Beschäftigte aus ihrer Komfortzone heraus bewegen. Verharrt man in der sogenannten Komfortzone, wird das sehr schnell zur Gewohnheit. Arbeitnehmer scheuen dann immer mehr jede Veränderung und jegliches Risiko. So wähnen sie sich in Sicherheit. Doch gerade dieses Verhalten ist nicht risikolos, sondern birgt Gefahren. Sie müssen sich immer einer Sache bewusst sein: die große Sicherheit im Job gibt es nicht. Jedes Unternehmen unterliegt Veränderungen. Ganz egal ob das große sind, oder kleine, die sich schleichend über viele Jahre etablieren. Deswegen empfehle ich allen meinen Kunden den „Veränderungsmuskel“ zu trainieren und sich gerade den Situationen zu stellen, die ihnen unangenehm sind.“

Und wie trainiert man seinen „Veränderungsmuskel“?

AV: Um den „Veränderungsmuskel“ nachhaltig zu trainieren, sollte man sich anfänglich nicht gleich an spektakuläre Mutproben heranwagen. Fangen Sie mit etwas Leichterem an. Ich möchte Ihnen ein Beispiel geben. Wenn Ihr Kollege ständig nach Schweiß riecht, sollten Sie ihn darauf hinweisen anstatt ihm aus dem Weg zu gehen. Spricht man seinen Kollegen auf solch ein heikles Thema direkt an, zeigt das Courage und auch Mut. Denn vielen Menschen fällt es sichtlich schwer andere auf schwierige Themen anzusprechen.“


Wie ich Ihrem Buch entnehmen darf, kennen Sie noch eine Vielzahl von weiteren solcher Mutproben. Haben Sie selber schon einmal mitbekommen, dass sich jemand eigenen Mutproben bewusst gestellt hat?

AV: „Ich bekomme speziell bei unseren Kunden live mit, wie sich ihr „Veränderungsmuskel“ durch unsere Coachings stetig verbessert. Wenn uns Kunden erzählen, dass Veränderungsbereitschaft zu ihren neuen Kernkompetenzen gehört, denke ich, dass wir unser Ziel erreicht haben. Mir ist aber ein Beispiel besonders im Kopf geblieben. Ich hatte einmal einen Mitarbeiter, der mich bat, ihm jeden Tag eine kleine herausfordernde Tätigkeit aufzutragen. Dieser Mitarbeiter war ein brillanter Kopf, hatte jedoch noch seine Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Also habe ich mich gefragt, wie kann ich ihn challengen, ihm aber zugleich auch die Möglichkeit geben sich zu verbessern? Deswegen haben wir uns dazu entschlossen, das dieser Mitarbeiter ab sofort für die Telefonzentrale und den Gästeempfang zuständig ist.“

Und wie hat er sich geschlagen?

AV: „Außerordentlich gut. Er hat innerhalb von kürzester Zeit sein Deutsch massiv verbessert. Wissen Sie, es gibt ein Vielzahl von Möglichkeiten Mut zu trainieren. Sprechen Sie doch einmal mit der Kassiererin im Supermarkt ein paar Worte mehr als üblich, auch wenn Ihnen das eigentlich peinlich ist. Ich persönlich finde es höchst interessant, auf Fortbildungen mit anderen Teilnehmern nicht nur über das Wetter und die Parkplatzsuche zu debattieren. Deswegen rede ich gerne mit meinem Gegenüber bspw. über den letzten Urlaub. Und können Sie sich vorstellen, wie viele Kontakte ich dadurch schon bekommen habe?“

Nein, wie vielen denn?

AV: „Also ich besuche pro Jahr ca. 15 weiterbildende Seminare. Ich gehe pro Seminar mit nicht weniger als 10 Visitenkarten nach Hause. Es fragen sich immer alle, wie schafft es der Verweyen so viele Kontakte zu haben. Ich sage nur „Mut“ ist die Geheimformel. Menschen strahlen aus, ob sie mutig sind oder sich Herausforderungen stellen können. Wer so wirkt, dem trauen Vorgesetzte auch automatisch mehr zu. Außerdem sind mutige Menschen in schwierigen Situationen eher in der Lage, Ruhe zu bewahren und nicht ängstlich in Hektik zu verfallen. Wer sich immer mal wieder bewusst Herausforderungen stellt, ist auch im Ernstfall in der Lage, Krisen zu managen, indem er einen klaren Kopf bewahrt, die Lage nüchtern analysiert und dann Entscheidungen fällt.“

Finden Sie sich mutig, Herr Verweyen?

AV: „Ich würde mich und Verkaufstrainer im guten Durchschnitt sehen. Durch meine jahrelange Erfahrung als Unternehmensberater habe ich viele brenzlige Situationen erlebt und nachdem ich jetzt hier vor Ihnen sitze, auch nicht so schlecht gemeistert. Erfahrung und auch das Gespür zu haben mit Situationen umgehen zu können, macht einen automatisch mutiger. Ich glaube, da ich nicht Ihr erster Interviewpartner bin, liefern sie heute eine so gute Performance deswegen ab, weil Sie schon viele andere Gesprächspartner vor mit hatten.“

Vielen Dank für das Kompliment und ja ich hatte schon ein paar Interviews.

AV: „Und genau das meine ich! Jetzt bereiten Sie so ein Interview in kürzester Zeit vor, aber bei Ihrem ersten Interview haben Ihnen wahrscheinlich auch die Knie geschlottert und Sie mussten sich sehr lange bzw. länger als heute darauf vorbereiten. Was ich damit sagen möchte ist, dass man seine Komfortzone vergrößern kann, damit eine sogenannte Mutzone entsteht.“

Da haben Sie vollkommen Recht Herr Verweyen. Eine abschließende Frage habe ich noch. In welchem Bereich zeichnet sich Mut Ihrer Meinung nach besonders aus?

AV: „Ganz klar im Change-Management. Heutzutage sind Unternehmen rasanten Veränderungen unterworfen. Dazu zählen neue Wettbewerber, veränderte Marktsituationen, neue Technologien und vieles mehr. Ich glaube, wer in diesem Bereich mutig aber durchdacht den Change-Prozess vorantreibt, wird rosige Zukunftsaussichten haben. Wenn ich darf, würde ich gerne allen Lesern noch einen kleinen Tipp für den erfolgreichen Change-Prozess mit auf den Weg geben.“

Sehr gerne, Herr Verweyen.

AV: „Wenn Sie den Change wirklich herbeiführen möchten, müssen Sie ihn vorleben. Verlangen Sie von Mitarbeitern etwas Neues, müssen Sie das auch tun! Leben Sie den Change nicht, wird keine nachhaltige Veränderung eintreten.“

Alexander Verweyen
Alexander Verweyen ist Unternehmer, strategischer Berater und Autor von bisher sechs Büchern. Als Geschäftsführer der alexander verweyen BUSINESS CONSULTANTS GmbH unterstützt er gemeinsam mit seinem Team namhafte Unternehmen bei der Steigerung ihrer Führungs- und Vertriebsperformance sowie der Bewältigung von Veränderungsprozessen.
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  1. […] treiben Sie kräftig mit an. Künftige Führungskräfte müssen unter Beweis stellen, dass sie mit Veränderungen umgehen können und andere auch motivieren […]

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